Dienstag, 25. April 2017

Mein Gesicht

Mein Gesicht


Du wolltest meine Seele nicht.
Wolltest nur sehen, wie sie bricht.
Du wolltest mir was Andres stehlen,
Begannst, mein Haupt mir auszuhöhlen.
Mit kalten, stählernen und schnellen
Werkzeugen, mich zu entstellen,
Rückst du mir immer, immer näher.
Es ist nicht, dass es schöner wär.
Du willst nicht schmückend präsentieren,
Was du stiehlst, du willst nicht führen
Es und stellen es zur Schau.
Du willst nur, dass ich ohne Sinn
Und ganz und gar gesichtslos bin.
Im Menschenhaus nicht mal Dekor –
Noch nutzloser als schon davor.
Es kommt mir wie ein Fieber vor.
Vergeblich ist dir doch dein Fleischen,
Ist keine Rechnung zu begleichen,
Und doch – du willst der Fläche schaden,
Um das, was innen liegt begraben,
Zu bringen aus dem Gleichgewicht.
Du wolltest meine Seele nicht.

Die Wunde heilt nur Stück für Stück –
Gib mir mein Gesicht zurück.

~~~

WEG - Der Roman
Für Kindle, Tolino und als Taschenbuch

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen