Sonntag, 20. Dezember 2015

Advent – Teil 4



Advent – Teil 4

Am letzten Tage der Advente
War der Schnee noch nicht in Sicht.
Wohlig in orangenen Farben
Scheint des Nachts Laternenlicht.
In dieses Licht getauchet war
Der heil’ge König Balthasar,
Als dieser streifte durch die Gassen
Um Gottes Sohn nicht zu verpassen
Der König tritt und schleppt sich schwer;
Verschwommen ist die Sicht so sehr.
Er war sich sicher, dass zum Schluss
Er nun zum Messias muss.
Die Liebsten hatte er verloren,
Und die meisten Freunde dann.
Er träumte nur, er wäre König;
Balthasar war Zimmermann.
In den Adern rauschte Glühwein,
Ließ ihn nicht mehr g’rade gehen.
Schoss ihm hoch in die Synapsen
Und blieb dort ganz standhaft stehen.
Der erste Schnee brach aus den Wolken
In des Sonntags gelber Nacht.
So fiel das Licht aus den Laternen;
Er war um den Verstand gebracht.
Gott wollt‘ es so, er ist erfroren,
Die Kälte macht das Herzchen träg –
In der Zeitung steht am Montag:
„Er starb auf dem Nachhauseweg.“
Er traf wieder seine Lieben,
Die zum Tod von ihm gegangen –
So verbrachten sie im Himmel
Die Weihnacht doch wieder beisammen.

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